Gymnasium Bühlau

Um- und Erweiterungsbau Gymnasium Bühlau mit Neubau Dreifeldsporthalle
Quohrener Straße 12 in 01324 Dresden

Bauherr

Landeshauptstadt Dresden
Schulverwaltungsamt

Projektleitung

Planung: Hochbauamt der Landeshauptstadt Dresden
Ausführung: STESAD GmbH, Dresden

Bauzeit

  • Planung: April 2006 bis Mai 2008
  • Ausschreibung/Vergabe: Juni 2008 bis Mai 2009
  • Durchführung: Okt. 2008 bis Juli 2010

Baukosten (brutto)

  • Planung: 3,42 Mio EUR
  • Durchführung: 17,26 Mio EUR
  • Gesamtsumme: 20,68 Mio EUR
  • davon Fördermittel: 10,12 Mio. EUR insgesamt

Diese Maßnahme wurde mit Zuwendungen aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) in Höhe von 6,93 Mio. Euro sowie mit Fördermitteln des Freistaates Sachsen in Höhe 3,19 Mio. Euro unterstützt.

Baulose

Rohbau, Dach und Dachklempner, Trockenbau, Putz, Estrich, Bodenbelag, Fliesen, Metallbau, Tischler, Maler, Gerüst, Sanitär, Heizung, Lüftung, ELT, Aufzug, Freianlagen, Beschilderung, Schließanlage, Reinigung

Baubeschreibung

Am Standort der ehemaligen 60. Grund- und Mittelschule an der Quohrener Straße ist die Einrichtung des neuen Gymnasiums Bühlau vorgesehen. Das Gymnasium wurde 2007 gegründet und ist bis zur Fertigstellung des Um- und Erweiterungsbaus am Schulstandort Kurparkstraße untergebracht. Im Februar 2008 hat die Bauausführung im Rahmen einer vorgezogenen Maßnahme mit der Freimachung des Baufeldes und dem Abbruch von Bestandsgebäuden begonnen.   

Das ursprüngliche Schulgebäude und das im Jahre 1889 errichtete Gebäude der ehemaligen Mittelschule werden im Bestand saniert und in das neue Gymnasium integriert. Der überwiegende Teil der für das vierzügige Gymnasium benötigten Räume soll in Erweiterungsbauten neu errichtet werden. Die Einordnung der baulichen und freiräumlichen Funktionsbereiche erfolgt unter Beachtung der besonderen topographischen Gegebenheiten, der Höhenbezüge zum baulichen Umfeld und eines behutsamen Flächenverbrauchs am Standort. Die Anordnung der Baumassen und -höhen berücksichtigt die Erhaltungssatzung für den historischen Dorfkern Bühlau-Quohren.   

Die Einbeziehung des Bestandsgebäudes erfolgt über eine Verbindungsbrücke. Die in die Grundstückstiefe versetzt angeordneten Neubauten, deren Höhenstaffelung und das „Eingraben" der Sporthalle um ein Geschoß tragen zur Reduzierung der stadträumlich wirksamen Baumasse bei. Aus dem Standort ergeben sich besondere technisch-konstruktive Anforderungen zur Bewältigung der differenzierten und hängigen Topographie, der beschränkten Platzverhältnisse sowie der schwierigen Baugrundverhältnisse.   

Die rechtwinklig zueinander angeordneten Bauteile des Erweiterungsbaus bilden mit dem Bestandsgebäude einen geschützten Pausenhof. Durch die Ausnutzung der topographischen Gegebenheiten wird der Außenbereich in mehrere, gestaffelt angeordnete Niveaus mit hoher Aufenthaltsqualität gegliedert. Den Haupteingang an der Quohrener Straße markiert der auskragende Giebel eines dreigeschossigen Querriegels, der sich in die Tiefe des Grundstücks erstreckt.

An den Haupteingang schließt sich das Foyer mit der Haupttreppenhalle an. Den Innenraum dominiert eine zurückhaltende, warme Farb- und Materialwahl, die mit den Außenflächen und den Fassadenmaterialien korrespondiert. Durch Farbe und Licht hervorgehobene Türnischen kennzeichnen die Zugänge zu den Unterrichtsräumen und gliedern die Raumfolge von Pausenhallen und Erschließungsfluren. An die Treppenhalle schließt sich die Schulbibliothek an, deren Fassade sich zum Pausenhof öffnen läßt.

Im Untergeschoß befinden sich die Funktionsräume der Dreifeldsporthalle, die von hier erschlossen wird. Der eigentliche Hallenkörper der Sporthalle ist oberirdisch vom Schulgebäude durch einen Freiraum getrennt. Seine in spannungsvollem Rhythmus angeordneten großformatigen Fensterflächen werden von einer kupferroten Plattenfassade gerahmt. Die bodengleichen Fenster ermöglichen Einblicke in die Sporthalle, deren Wandflächen mit hellen Holztafeln verkleidet werden sollen. Der Sporthalle sind die Außensportflächen zugeordnet.   

Ein zweiter Neubauriegel beherbergt die Aula, die Mensa mit Küche und Anlieferung sowie die Fachunterrichtsräume. Aula und Mensa bilden jeweils separate Bereiche mit direktem Anschluß an zugeordnete Freiflächen. Die Terrasse am Speisesaal der Mensa ist der obere Abschluß der gestaffelten Plateaus des Pausenhofes.   

Die ineinander verschränkten Riegel der Erweiterungsbauten heben sich in formal streng gefaßten Obergeschossen hell von den zurücktretenden Erdgeschoßzonen ab. Regelmäßige Fensterbänder werden von Paneelfeldern farbig akzentuiert. markante Massivbauteile wie die Treppenhäuser treten durch kräftig getönte Plattenbekleidungen in Erscheinung. Alle erreichbaren Materialien wurden auf Grund von Widerstandsfähigkeit und Nachhaltigkeit ausgewählt.   

Entsprechend der Zielstellung der Landeshauptstadt Dresden werden die Gebäude so ausgeführt, daß der Primärenergiebedarf nach EnEV um mindestens 25% unterschritten wird. Das Vorhaben umfaßt ca. 7.400 m² Nutzfläche, ca. 11.400 m² Bruttogrundrißfläche (BGF) und einen umbauten Raum von ca. 50.400 m³ BRI.   

Installiert wird eine moderne energiesparende Haustechnik. Die Gebäude werden mit einer regeltechnisch verfeinerten Gasbrennwertanlage unter Einbeziehung einer Solaranlage beheizt.

Weiterhin wird das Regenwasser der Dachflächen aufgefangen und brauchwasserseitig für die WC-Bereiche sowie die Bewässerung der Aussenanlagen genutzt.

Die Beleuchtungsanlagen werden über Präsenzmelder energetisch optimiert gesteuert.

Turnhalle und Aula sowie die innenliegenden Sanitärbereiche erhalten zeit- und nutzungsgeführte Lüftungsanlagen.

 

Beteiligte Planungsbüros

  • Architekturplanung: Hochbauamt Dresden in Zusammenarbeit mit der ARGE Gymnasium Dresden Bühlau Hartmann+Helm Planungsgesellschaft mbH / Junk&Reich Architekten BDA Planungsgesellschaft mbH, Weimar
  • Freiflächenplanung: Noack Landschaftsarchitekten, Dresden
  • Tragwerksplanung: Leonhardt, Andrä und Partner Beratende Ingenieure VBI, GmbH, Dresden
  • Planung Heizung, Lüftung: Ingenieurbüro Hoffmann, Dresden
  • Sanitärplanung: NKG Ingenieurgesellschaft, Dresden
  • Planung Elektro- und Fördertechnik: Ingenieurbüro Rathenow BPS GmbH, Dresden
  • Planung Tiefbau, Erschließung: Planungsbüro Uhlig, Dresden
  • Brandschutz: Prof. Rühle, Jentzsch & Partner GmbH, Dresden
  • Bauphysik / Bauakustik / Schallschutz: Schirmer Beratende Ingenieure, GmbH, Dresden