Modernisierung 75. Grundschule

Warthaer Straße, Dresden Leutewitz
 
 
Bauherr Landeshauptstadt Dresden, Schulverwaltungsamt
Bauherrenvertreter STESAD GmbH, Dresden
Architekt Architekturbüro Heike Böttcher, Dresden
Statik BfB Büro für Baukonstruktion GmbH, Dresden
Heizung, Lüftung, Sanitär IB Gerlach  Partner, Großschweidnitz
Elektro, Aufzug Teamplan Ingenieure, Dresden
Landschaftsarchitekt Andreas Blume Garten- und Landschaftsarchitektur, Dresden
Gesamtbaukosten 3,875 Mio Euro
Fertigstellung August 2010

 

 

 
Die 75. Grundschule Dresden wurde im Auftrag der Landeshauptstadt Dresden saniert, hochbaulich erweitert und behindertengerecht/barrierefrei umgebaut. Die Stesad übernahm für dieses Projekt die Projektsteuerungsleistungen. Baubeginn war im Februar 2009. Die Übergabe an den Nutzer erfolgte im August 2010 zu Beginn des neuen Schuljahres 2010/2011.
Das geplante Bauvolumen lag bei ca. 3,875 Mio. € brutto. Davon wurden insgesamt 3,171 Mio. € Fördermittel  über das Programm „Stadt-Umbau-Ost“ Dresden-Aufwertungsgebiet West (1,057 Mio. € vom Bund, 1,057 Mio. € vom Freistaates Sachsen sowie 1,057 Mio. € kommunaler Eigenanteil) beigesteuert. Rund 0,697 Mio. € kamen von der Landeshauptstadt Dresden.

Allgemeines / Historisches:

Das historische Schulgebäude ist ein Kulturdenkmal. Änderungen am Gebäude und im gesamten Bereich des Grundstückes waren mit dem Landesamt für Denkmalpflege abzustimmen.
 
Mit der Errichtung des Schulgebäudes wurde 1876 begonnen. Bis heute wurde das ursprünglich 2-geschossige, heute 3-geschossige, Schulgebäude mehrfach verändert und umgebaut. Die Außenwände bestehen aus Sandstein-, Pläner- oder Ziegelmauerwerk. Der Turnhallenbau entstand 1992/93 in Mischbauweise aus Mauerwerk und Stahlbeton, der sich nördlich mittels Verbinderbau an das Schulgebäude mit den wesentlichen Nutzungen Turnhalle, Aula / Mehrzweckraum anschließt.

Erschließung:

Die Haupteingangstür auf der Ostseite des Schulgebäudes blieb erhalten und wurde aufgearbeitet.

Der eingeschossige Verbinder zwischen Schulhaus und Turnhallenneubau wurde durch einen zweigeschossigen Neubau mit Aufzugsanlage ersetzt. Behinderte können nun vom Hof aus mit dem Aufzug das Kellergeschoss/Turnhallenebene, Erdgeschoss und 1. Obergeschoss erreichen. Damit wurde eine neue Verbindung von Schulgebäude und Turnhallengebäude geschaffen.

Die Räume im Turnhallengebäude sind vom Schulhaus besser erreichbar und können stärker als bisher in das tägliche Schulleben und die Gestaltung der Freizeit im Hort einbezogen werden.

Grundrisse und Farbkonzept:

Die räumlich funktionale Grundrisslösung des Gebäudes wurde größtenteils erhalten.

Das Gebäude wird über den zentralen Eingangsbereich auf der Ostseite erschlossen, welcher in seiner ursprünglichen Farbigkeit wiederhergestellt wurde. Das Farbkonzept orientiert sich an der historischen Farbgebung. Geschädigte Sandsteingesimse wurden wieder instandgesetzt.

Notwendige Raumabtrennungen innerhalb vorhandener Räume, wie in Sanitär- und Personalbereichen, wurden als Trockenbau ausgeführt. Wasch- und Toilettenräume wurden türhoch gefliest.

Im ersten Obergeschoss befinden sich unmittelbar am Treppenhaus ein flexibel nutzbares Klassenzimmer für Kunst- und Musikunterricht und ein flexibel nutzbarer Gruppenraum. Zwischen den beiden Räumen angeordnet ist ein weiterer Gruppenraum, der bei Bedarf für Gruppenarbeit hinzugezogen werden kann und mit der integrierten Kinderküche für spezielle Angebote zur Verfügung steht. Die Büroräume der Schul- und Hortleitung sowie das Lehrerzimmer wurden zentral im 1. Obergeschoss angeordnet.

Das 2. Obergeschoss blieb in seiner räumlichen Struktur komplett erhalten. Dort befinden sich vier Klassenräume. Der Mittelraum mit Zugang von zwei Klassenräumen kann wie im 1. Obergeschoss als flexibler Gruppenraum für Schule und Hort genutzt werden. Darüber hinaus wurden im 2.Obergeschoss der Raum für die Horterzieher und ein Lehrmittelraum eingeordnet.

Es wurde Wert darauf gelegt, dass alle Räume mit besonderen Funktionen, einschließlich Aula, Speiseraum und Verwaltungseinrichtungen im Erdgeschoss und 1. Obergeschoss angeordnet werden, um die Erreichbarkeit mit dem Aufzug sicherzustellen.

Sanitärbereiche für Schüler befinden sich im Erdgeschoss. Durch den neuen 2-geschossigen Verbinder können zusätzlich die Sanitäreinheiten des 1. Obergeschosses im Turnhallenanbau von den Schülern mit genutzt werden.

Nahe dem behindertengerechten Zugang im Erdgeschoss wurde ein Behinderten-WC angeordnet, welches auch bei Veranstaltungen in Aula und Turnhalle mittels Aufzugsanlage barrierefrei zugänglich ist.

Akustik/Schallschutz:

Durch abgehängte Unterhangdecken und zusätzliche Absorptionsflächen an den Stirnseiten der Unterrichtsräume in Form von Wandpaneelen wurde die Raumakustik verbessert. Der Einsatz einer Akustik-Systemdecke mit vorgegebenen Elementgrößen war nicht möglich, da die Abstände zwischen den Stahlträgern variieren. Daher wurde eine vollflächige Verkleidung zwischen den Unterzügen mit entsprechenden Schalldämmwerten eingebaut.

Barrierefreiheit:

Die Schwellenbereiche zu den Klassenräumen wurden so überarbeitet, dass alle Zimmer barrierefrei begehbar sind.

Bodenbeläge:

Die Bodenbeläge wurden teilweise erhalten und aufgearbeitet und teilweise erneuert. Voraussetzung für die Erhaltung von Belägen war ein schadensfreier Zustand der Unterkonstruktion sowie der benachbarten Bauteile, welche im Vorfeld stichpunktartig beprobt wurden.

Dach:

Das Dach wurde neu eingedeckt. Mit Orientierung an den historischen Bestand wurde eine Schieferdeckung vorgesehen. Ebenfalls zu erneuern galt es das Scheindach sowie die Regenrinnen und Fallrohre. Die Wetterfahne auf dem Schulgebäude wuirde im Zuge der Sanierung ebenfalls instand gesetzt.

 

Fotos: STESAD