Sanierung von ca. 60 Wohn- und Geschäftshäusern in der Dresdner Neustadt

Geschichte

Die Äußere Neustadt befindet sich nördlich des Dresdner Stadtzentrums. Sie ist ein nahezu vollständig erhaltenes Gründerzeitviertel. 1701 wurde das Gelände durch August den Starken zur Bebauung freigegeben. Im Jahre 1760 siedelten die ersten Bürger und Industrieunternehmen im Gebiet an. Die Äußere Neustadt entwickelte sich zu einer an die Stadt anschließenden Vorstadt. Um 1800 war ein großer Teil des heutigen Wegenetzes bereits vorhanden. Der heutige Albertplatz wurde in den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts angelegt. 1823 eröffnete die Schokoladenfabrik von Jordan&Timaeus.

1832 wurde "Der Neue Anbau" zur Stadt Dresden eingemeindet. Im Jahre1835 gab es bereits über 400 Gebäude und knapp 6.000 Einwohner lebten und arbeiteten in diesem Gebiet. Die Aufwertung des Gebietes ermöglichte der Bau des Schlesischen Bahnhofes. Die Äußere Neustadt entwickelte sich zu einem Wohngebiet des Mittelstandes. Aufgrund der besseren Ausnutzung der Grundstücke setzte sich die geschlossene Bauweise durch.

Im Jahre 1871 kam es zu einer verstärkten Ansiedlung von Industrie und Handel. 1880 eröffnete beispielsweise Herr Paul Pfund auf der heutigen Görlitzer Straße seinen ersten Laden. Pfunds Molkerei entwickelte sich zu einem der größten Milchunternehmen Deutschlands. Der schönste Milchladen der Welt befindet sich auch heute noch auf der Bautzner Straße. Der Bau der Albertbrücke im Jahr 1875 ermöglichte eine Verbindung zum Stadtteil Johannstadt. In den Jahren 1879 bis 1883 wurde der Martin-Luther-Platz angelegt und die einzige Kirche der Äußeren Neustadt (Martin-Luther-Kirche) errichtet.

Beim Bombenangriff auf Dresden wurden 1945 auch einige Gebäude der Äußeren Neustadt zerstört. Dennoch blieb das Gründerzeitensemble bis auf einige entstandene Baulücken fast vollständig erhalten. Nach dem Krieg verfielen die Gebäude jedoch zusehends. Im Jahre 1989 standen 20% der Wohnungen im Gebiet leer, teilweise mussten Gebäude baupolizeilich gesperrt werden.

1991 wurde die Äußere Neustadt durch den Beschluss der Stadt als Sanierungsgebiet festgelegt. Es setzte eine intensive Gebäudesanierung ein.

Die Äußere Neustadt heute

Die Äußere Neustadt ist vor allem als lebendiges, pulsierendes und vielseitiges Stadtviertel bekannt, dass seinen eigenwilligen Charakter behielt. Eine Vielzahl kleiner Ladengeschäfte und die große Auswahl außergewöhnlicher Restaurants und Kneipen macht die Äußere Neustadt besonders attraktiv. Die am Rand des Stadtteils gelegenen Grünflächen des Alaunparks und des Elbufers sowie die Nähe zur Heide, aber auch neu angelegte Spielplätze (z. B. der PANAMA- Spielplatz) und üppig bewachsene Innenhöfe und Gärten erhöhen die Lebensqualität der Bewohner.

Die Äußere Neustadt bietet eine Vielzahl an Freizeitmöglichkeiten. So kann man beispielsweise das "neue alte" Nordbad besuchen oder die Kunsthofpassage besichtigen. Bei schönem Wetter lohnt sich ein Spaziergang auf dem Prießnitzweg oder in die nahegelegene Innenstadt über den Albertplatz mit seinen Brunnen und die Hauptstraße mit dem "Goldenen Reiter". Sehenswert sind auch das Erich- Kästner- Museum und das Brauhaus Walschlösschen. Durch eine Vielzahl an Verkehrsverbindungen ist alles schnell zu erreichen.